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Bewerbung
Viele glauben immer noch, den Traumjob findet man im Dreierschritt:
Stellenanzeigen lesen, Bewerbungsunterlagen losschicken und
Vorstellungsgespräche führen. Doch zur erfolgreichen Suche gehört
einiges mehr. Der Schlüssel zum Erfolg einer Bewerbung liegt in der
richtigen Bewerbungsstrategie. Zunächst gilt es, die eigenen Stärken und
Schwächen genau zu analysieren. Erst wenn Sie Ihre eigenen Potenziale
kennen, sollten Sie die nächsten Schritte die eine gründliche Recherche
und möglicherweise die Formulierung eines Stellengesuches einleiten. Der
richtige Einsatz des Telefons sowie das Nutzen eventuell vorhandener
Kontakte vervollständigen das Instrumentarium der richtigen
Bewerbungsstrategie für Profis.
Selbstanalyse
Recherche
Stellengesuch
Networking
Mit dem Telefon zum Erfolg
Selbstanalyse
Sie wollen einen Job, der zu Ihren besonderen Fähigkeiten und Ihrer
Persönlichkeit passt? Klar. Bloß: Es ist nicht immer leicht, die Frage
nach den eigenen Fähigkeiten, Stärken, Wünschen und Zielen zu
beantworten. Die vier klassischen W-Fragen können Ihnen dabei als
Leitfaden dienen:
• Wer bin ich?
• Was kann ich?
• Was will ich?
• Was ist möglich?
Gehen Sie beim Beantworten der Fragen strukturiert vor. Legen Sie
sich etwa eine spezielle Datei im Computer an und gehen Sie alle Fragen
der Reihe nach durch. Und vergessen Sie nicht: "Don't only think it -
but ink it!" - Schreiben Sie alles auf. Führen Sie Protokoll, während
Sie Schritt für Schritt die eigenen Stärken, Schwächen und Wünsche
entdecken.
Wer bin ich? Was kann ich?
Ihnen fällt nichts Gescheites für Ihre Checkliste ein? Überlegen Sie
einmal:
Welche Fähigkeiten haben Sie aufgrund Ihrer Ausbildung und beruflichen
Erfahrung, aber auch aufgrund sonstiger Interessen? Listen Sie auch
Fremdsprachen- und Software-Kenntnisse auf. Überlegen Sie, was Sie
bisher gerne gemacht haben und wann Sie Schwierigkeiten hatten.
Welche Tätigkeit geht Ihnen besonders leicht von der Hand? Welche
beruflichen Erfolge können Sie vorweisen? Ein Arbeitgeber wird sich
besonders für diesen Punkt interessieren. Schließlich macht er sich
(berechtigte) Hoffnungen, dass Sie auch für ihn künftig solche Erfolge
hervorbringen.
Die Erforschung des unbekannt bekannten Terrains der eigenen
Persönlichkeit ist harte Arbeit. Doch die Mühe zahlt sich aus. Denn erst
jetzt können Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber überzeugend vermitteln,
was Sie anzubieten haben und warum genau Sie die oder der Richtige für
diesen Job sind.
Was will ich?
Viele Bewerbungen leiden darunter, dass die Absender ihr
eigentliches Anliegen nicht ausreichend formulieren können: "Ich bin
der/die Richtige für den Job!" Um diese Aussage vermitteln zu können,
müssen Sie zunächst einmal selbst davon überzeugt sein, dass die
beworbene Position Ihnen liegt. Haben Sie schon einmal eine
Stellenanzeige gelesen, auf die Sie sich nicht beworben haben, obwohl
die Beschreibung genau Ihren Vorstellungen entsprach? Vielleicht weil
Sie mit Ihren bisherigen Qualifikationen keine Chance auf einen Erfolg
sahen? Oder haben Sie sich im umgekehrten Fall schon auf Stellen
beworben, die Ihren Neigungen nicht unbedingt entsprechen, die aber von
interessanten Firmen in der Umgebung angeboten wurden und dem nahe
liegen, was Sie gerade auch schon tun? Gehen Sie doch einmal anders vor:
Unabhängig von aktuellen Angeboten und ohne den Zwang, all Ihre
Zusatzqualifikationen in der Betrachtung unterzubringen, fragen Sie
sich, wie Ihr Berufsweg optimalerweise verlaufen sollte. Was wollen Sie
wirklich machen? Und welches Ziel peilen Sie mittel- oder gar
langfristig an?
Was ist möglich?
Nachdem Sie sich nun sowohl über Ihre Stärken und Schwächen als auch
Ihre Wünsche und Ziele klar geworden sind, notieren Sie alle
Voraussetzungen, die Ihrer Meinung nach für die Besetzung Ihrer
Wunsch-Stelle notwendig wären. Beziehen Sie neben den erforderlichen
Fachkenntnissen und Erfahrungen auch die persönlichen Fähigkeiten (soft
skills) mit ein. Stellen Sie dieser Beschreibung jetzt Ihre eigenen
Stärken und Schwächen gegenüber. Erfüllen Sie die Anforderungen? Prüfen
Sie anhand der "Checkliste - Stärken und Schwächen", wie fit Sie sich
für den Job fühlen. Wenn sich Anforderungen und die Einschätzung Ihrer
Fähigkeiten weitgehend decken, können Sie sich gut gewappnet für die
weiteren Schritte Ihrer Bewerbung fühlen. Haben Sie Defizite erkannt?
Dann wissen Sie jetzt, wie Sie zielgerichtet an sich arbeiten
können.
Recherche
• Wie finde ich die richtige Stelle?
• Stellenanzeigen "richtig" lesen
• Information über Arbeitgeber
Wie finde ich die richtige Stelle?
Sie wissen nun genau, was Sie wollen, und jetzt heißt es nur noch
die passende Stelle finden. Aber wo? Halten Sie regelmäßig im
Stellenteil der Zeitungen Ausschau nach passenden Angeboten. Wo Sie die
richtigen Anzeigen für sich finden - ob in Ihrer lokalen Tageszeitung,
in überregionalen Blättern oder Fachzeitschriften - sollten Sie vorab
klären.
Eine preiswertere Alternative ist das Internet. Nicht lange suchen oder
viel Blättern: Stellensuche im Internet ist superbequem und kostet nicht
viel. (Bei financecareer.de kostenlos)
Daneben lohnt es sich auch unternehmenseigene Jobbörsen zu durchforsten
- zumindest, wenn Sie Ihren Wunsch-Arbeitgeber bereits ins Auge gefasst
haben.
Vergessen Sie aber nicht: Entscheidend für Ihren beruflichen Erfolg ist
nicht der gute Name
eines Betriebes, sondern ob das Unternehmen den richtigen Rahmen für Ihr
Vorhaben bietet. Besorgen Sie sich Firmen-Informationen aus der
Literatur oder dem Internet, und prüfen Sie, wo Sie gut aufgehoben
wären. Testen Sie die Beschreibungen auch im Hinblick auf Ihre
beruflichen Ziele: Würde Sie eine Einstellung bei dem jeweiligen
Unternehmen wirklich weiterbringen und Ihnen Perspektiven eröffnen oder
nur Ihren Status quo zementieren?
Stellenanzeigen "richtig" lesen
In Stellenanzeigen wird meistens das optimale Bewerberprofil
beschrieben. Da "Superman" oder "Superwoman" auf dem Arbeitsmarkt jedoch
eher selten zu finden sind, kann als Faustregel gelten, dass ein Angebot
für Sie in Frage kommt, wenn Sie wenigstens zu 60 Prozent die gestellten
Anforderungen erfüllen.
Mit einer genaueren Analyse einer Stellenanzeige nach "Muss-" und
"Kann"-Anforderungen können Sie Ihre Chancen noch besser einschätzen. Es
ist etwas anderes, ob ein Betrieb sich einen Mitarbeiter mit guten
Englischkenntnissen wünscht, weil das heute allgemein erwartet wird,
oder ob ein internationales Unternehmen die Beherrschung dieser Sprache
in Wort und Schrift zwingend vorschreibt. Sollte Ihr Schulenglisch über
die Jahre etwas gelitten haben, kann im ersten Fall unter Umständen
schon die Anmeldung zu einem Refresher-Course ausreichend sein, um Ihre
Chancen nicht zu schmälern, im zweiten Fall dagegen sicherlich nicht.
Werden Erfahrungen mit einer bestimmten Software gefordert, die Sie
nicht vorweisen können, kann oft der Verweis auf Ihre Routine in
verwandten Anwendungen deutlich machen, dass Sie sich in Kürze
einarbeiten können. Dies dürfte bei Textverarbeitung oder
Tabellenkalkulation in der Regel kein Problem sein, wenn jedoch die
Beherrschung einer speziellen Programmiersprache vorausgesetzt wird,
kommen Sie mit dieser Methode kaum weiter. Das klingt kompliziert, aber
meistens lässt sich anhand der Formulierung im Anzeigentext schon
erkennen, ob Ihre Bewerbung auch ohne die geforderten Kenntnisse
aussichtsreich ist.
Information über Arbeitgeber
Sie wissen bereits genau, bei wem Sie sich bewerben wollen? Dann ist
Ihr erster Schritt dennoch die Recherche. Denn Sie müssen Ihren
potenziellen Arbeitgeber überzeugen, dass gerade Sie seine Bedürfnisse
besonders gut erkannt haben und optimal befriedigen können. Das bedeutet
für Sie, Sie müssen möglichst viele Informationen über künftigen
Arbeitgeber zusammentragen. Blättern Sie im Branchenfernsprechbuch, in
Messekatalogen und in Bibliotheken ausliegenden Nachschlagewerken, in
denen Informationen über Unternehmen zu finden sind. Lesen Sie
Fachzeitschriften, Tages- und Wochenzeitungen. Und nicht nur den
Anzeigenteil - gerade die Wirtschaftsberichterstattung ist interessant,
z.B. wenn ein Unternehmen expandiert, im Umbruch ist, Zweigstellen
eröffnet etc.. Haben Sie ein konkretes Unternehmen im Auge, empfiehlt es
sich, telefonisch Kontakt aufzunehmen.
Und natürlich bietet sich das Internet auch in diesem Fall als
Recherchequelle an. Gehen Sie in die Firmensuche bei financecareer.de,
wo Sie übersichtlich gegliedert (Firmenprofile) die wichtigsten
Informationen bekommen. Darüber hinaus informieren viele Unternehmen
nicht nur über neue Projekte, Firmenphilosophie oder Mitarbeiterzahlen
auf ihrer eigenen Homepage. Häufig können Sie hier bereits einen ersten
Eindruck von den möglichen Kollegen gewinnen. Denn: Viele Teams stellen
sich auf einer eigenen Website mit Foto vor.
Stellengesuch
Wenn Sie selbst ein Stellengesuch veröffentlichen, signalisieren Sie
Leistungsbereitschaft und Motivation. Umso mehr überrascht es, dass die
meisten Stellengesuche eintönig, geradezu langweilig und wenig
aussagekräftig formuliert sind. Das, was die Inserenten ihren
potenziellen Arbeitgebern in der Zeitung und auch im Internet anbieten,
bleibt oft farblos und austauschbar. Folglich löst die Anzeige bei den
meisten Personalentscheidern eher Achselzucken aus als den Wunsch, mit
dem Inserenten Kontakt aufzunehmen.
Ihr Text sollte folgende Angaben enthalten:
• Ihre wichtigsten fachlichen Qualifikationen
• Ihre beruflichen Erfolge
• eine präzise Angabe, welche Position Sie suchen
• Ihr Alter und Geschlecht
• ggf. eine Angabe zu Ihrer Mobilität
Überlegen Sie sich genau: Was ist Ihr Kommunikationsziel, Ihre
"Message"? Mit welchen Argumenten wollen Sie überzeugen? Für alle
Formulierungen gilt: Seien Sie immer klar und verständlich, und kommen
Sie schnell auf den Punkt. Wiederholen Sie nicht im Text, was bereits in
der Überschrift steht. Apropos Überschrift: Sie ist der prominenteste
Ort Ihrer Anzeige. Denken Sie daher bei der Formulierung nicht so sehr
daran, was Sie suchen, sondern was Sie anzubieten haben. Die Überschrift
muss Aufmerksamkeit wecken, damit der potenzielle Chef überhaupt
weiterliest.
Mit dem Telefon zum Erfolg
Die meisten Bewerberinnen und Bewerber unterschätzen die Chancen,
die der gezielte Einsatz des Telefons in ihrem Bewerbungsvorhaben birgt.
Lediglich zehn Prozent greifen während der Arbeits- und
Ausbildungsplatzsuche zum Hörer. Ein schwerwiegender Fehler. Denn das
Telefon kann in fünf unterschiedlichen Phasen Ihre Bewerbungsstrategie
optimieren.
1. Informationen sammeln - das Telefon als Recherche-Instrument.
Rufen Sie die Öffentlichkeitsabteilung des Unternehmens an. Lassen
Sie sich eine Selbstdarstellung der Firma, eine Pressemappe oder
ähnliche Unterlagen zusenden. Bei großen Unternehmen gibt es Broschüren
und Mitarbeiterzeitungen für einzelne Geschäftsbereiche.
2. Bedarfsnachfrage - erster Kontakt per Telefon
Bevor Sie Ihre Bewerbungsunterlagen einsenden, sollten Sie bei dem
in der Anzeige genannten Ansprechpartner anrufen bzw. bei
Initiativbewerbungen herausfinden, an wen Sie sich wenden können. Ziel
dieses Anrufs: Interesse zu wecken und den Personalentscheider neugierig
auf Ihre Bewerbungsunterlagen zu machen.
3. Nachfassen
Was ist eigentlich aus der Bewerbung geworden? Haben Sie sich das
auch schon gefragt, weil Sie vom Unternehmen keine Antwort bekommen
haben? Dann sollten Sie telefonisch nachfassen. Sie können zwei bis drei
Wochen nach Einsenden der Unterlagen telefonisch aktiv werden und sehr
freundlich, selbstverständlich nicht vorwurfsvoll nachfragen, wie der
Stand der Bewerberauslese ist.
4. Kontakt halten
Belassen Sie es nicht dabei, lediglich einmal bei Ihrem
Wunscharbeitgeber anzurufen. Unterstreichen Sie Ihr Interesse, indem Sie
am Ball bleiben und immer mal wieder nachfragen - natürlich nicht
täglich, Sie wollen ja keinem auf die Nerven gehen. Aber in Abständen
von zwei Wochen können Sie sich regelmäßig melden.
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